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11.05.2007

Themen

zum zusammenspiel von Medienkunst und Forschung

„Themen” zu Medienkunst-Forschung beinhalten Beiträge und Projekte zur Interaktion von Mensch-Maschine-Mensch. Die Online-Texte thematisieren Aspekte des aktuellen Diskurses. Sie werten die in Projekten praktizierten Kommunikationsmodelle aus, stellen sie in einen neuen Kontext und in Relation mit generellen Entwicklungen digitaler Kultur.

Der Begriff „Medienkunst” wird hier für künstlerische Werke verwendet, die digitale Technologien entweder nutzen oder sie thematisieren. Es geht um Konzepte, die Informations- und Kommunikationstechnologien untersuchen, künstlerisch reflektieren, brechen, verändern, erweitern oder digital transformieren. In der Medienkunst entwickeln Künstler, Gestalter, Informatiker und andere Wissenschaftler ihre Projekte oft in interdisziplinären Teams. Sie sind nicht nur ästhetisch-künstlerisch, sondern auch naturwissenschaftlich-technisch schöpferisch tätig.
Die Implikationen der digitalen Medien sind äußerst komplex. Sie bewirken Beschleunigung und Gleichzeitigkeit, Vernetzung, Integration und Informationsdichte, Miniaturisierung und das Verschwinden von Dingen und Prozessen aus der unmittelbaren Wahrnehmbarkeit. In unseren Alltag sind Mikroprozessoren heute allgegenwärtig, integriert u. a. in Zahnbürsten, Weckern, Videorecordern, Mobiltelefonen. Ohne es zu bemerken, geraten wir mit etwa 70 bis 100 Chips täglich in Kontakt. Medienkunst setzt sich aktiv mit dieser Kultur digitaler Transformation auseinander.
Ästhetische, prozessuale und dekonstruktive Ansätze, audio-visuelle, narrative, emanzipatorische, gesellschaftskritische oder aktivistische Ausrichtungen, interpretierende Wissenskonstruktionen und auch das Material selbst - Software, Sensoren, Netzwerke - werden als Anstöße für künstlerisches Handeln aufgezeigt. Das alles ist nicht neu. Es gibt in der Medienkunst alles, was wir aus der Bildenden Kunst, der Musik, der Performance kennen, nur dass sich die Grenzen zwischen den Genres auflösen. Medienkunst wird nicht als Einzeldisziplin gelehrt und unterrichtet, sondern ist eine kombinatorische Disziplin aus Bild, Klang, Code, Sprache, Text.
Der wesentliche Unterschied zum Gesamtkunstwerk ist, dass es sich bei der Medienkunst nicht um abgeschlossene Werke, sondern um offene Prozesse handelt. Es geht um die Gestaltung solcher Prozesse und um Strategien der Öffnung (Open Source, dynamische Systeme, generative Prozesse etc.). Medienkünstlerische Konzepte haben kein fest fixierbares Ergebnis. In ihrem Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Prozessen der Kommunikation und der Interaktion zusammen mit Vorgängen der - technischen und symbolhaften - Übertragung und der Vernetzung.

Eine wesentliche Bedeutung der Medienkunst liegt in der Erfindung neuer Steuerungssysteme und im Entwurf von Metaphern der Navigation und der Präsenz in digitalen Kulturen. Gelten in der physikalischen Welt Landkarte und Kompass als wichtigste Instrumente zur Orientierung im Raum, so sind es im Internet insbesondere Werkzeuge zur anschaulichen Visualisierung von komplexen, zeitlich dynamischen Informationszusammenhängen. (siehe auch ) Physikalische und digitale Umgebungen werden durch grafische und räumliche Schnittstellen verbunden. Interface-Konzepte der Erschließung und Repräsentation von Information beinhalten auch eine Wiederentdeckung der natürlichen Eigenschaften menschlichen Wahrnehmens, Denkens, Handelns und Erinnerns und damit des menschlichen Körpers als Schnittstelle. Abhängig von Konzept des jeweiligen Werkes und der eingesetzten Technologie entstehen neue Formen der interaktiven Wissensaneignung.

Für die Gesellschaft bewirkt die Allianz von Medienkunst und Forschung letztendlich Innovation in Form von:
- neuen Bildsprachen: untersucht den Bereich der Wissenskünste als künstlerische Forschung zu den Themen der Informationsvermittlung, Wissensgenerierung und Konstruktion von Wirklichkeit.
- neuen Vermittlungsformen zum kulturellen Erbe: Simulation und künstliche Wirklichkeiten zur medialen Vermittlung kultureller Spuren und Artefakte.

Als Plattform zur Kulturvermittlung leistet netzspannung.org einen Beitrag an der Schnittstelle von Medienkunst und Forschung, der dem Forschungsinteresse des MARS-Exploratory Media Lab entspricht. Zentrale Themen der Plattform sind Lernen und Wissen, junge Medienkunst, Online-Archive und Community. Siehe auch:

  Werkzeuge zur Wissensentdeckung
  Junge Medienkunst
  Best-Practice-Beispiele
  Vortragsreihen
  
  
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