Dirk Dassow, Alex Fuchs, Tim Höfer, …


"war hier" - Spuren jüdischen Lebens

Konzept für ein Informations- und Denkzeichensystem im öffentlichen Raum


"war hier" [link 01]

"war hier"

Kurzdarstellung

Kurzbeschreibung

Wie installiert man ein zeitgemäßes Kommunikationssystem, ohne den Stadtraum mit Informationstafeln zu überfrachten? "war hier" gewährt lebendigen Einblick in die Geschichte an authentischen Orten. Wir wollen damit die lebendige Geschichte der Juden im Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee erlebbar machen.

KünstlerInnen / AutorInnen

  • Dirk Dassow
  • Alex Fuchs
  • Tim Höfer
  • Hendrik Möller
  • Maria Schwabe

MitarbeiterInnen

  • Steffen Schuhmann, Mitbetreuung, anschlaege.de

Entstehung

Deutschland, 2005-2006

Partner / Sponsoren

Kunsthochschule Berlin-Weißensee in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Pankow

Eingabe des Beitrags

Dirk Dassow, 17.02.2006

Kategorie

  • Kulturprojekt

Schlagworte

  • Themen:
    • Kulturelles Erbe |
    • Kommunikation |
    • Urbaner Raum |
    • öffentlicher Raum
  • Formate:
    • Installation |
    • interaktiv
  • Technik:
    • Drahtlose Kommunikation

Inhalt

Inhaltliche Beschreibung

Lebten im Jahre 1933 allein im Prenzlauer Berg noch über 18.000 Bürger jüdischen Glaubens, so waren es am Ende der Vernichtungspolitik des Tausendjährigen Reiches 1945 keine hundert mehr.
An prominenten Orten – Synagogen, Friedhöfen oder Schulen – informieren und erinnern heute Gedenktafeln. Allerdings erfahren wir nur sehr wenig von den Lebenswegen, die sich dort kreuzten. Für die vielerorts schlummernden alltäglichen Geschichten, Anekdoten, Begebenheiten, die uns das jüdischen Leben an diesen Orten nahe bringen könnten, ist eine permanent installierte Informationstafel ein wenig geeignetes Medium. Sucht man persönliche Spuren, so stehen diverse Bücher zur Verfügung. Die rege Nachfrage zeugt von einem wachsenden Interesse bei Anwohnern und Touristen. Das unmittelbare Erleben vor Ort jedoch können sie nicht ersetzen.

Wir wollen die lebendige Geschichte der Juden im Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee erlebbar machen. Es soll eindrücklich, zeitgemäß und informativ sein. Als geeignetes Mittel schwebt uns ein modulares, dezentrales System vor. Mit ihm werden an authentischen Orten im öffentlichen Raum Einblicke in die jüdische Vergangenheit möglich.

Wer sich für diesen Blick in die Geschichte interessiert, erwirbt – im Buchladen, am Zeitungskiosk oder in Fremdenverkehrsbüros – eine Wegekarte mit einem eingebautem RFID-Chip. Mit diesem Chip werden die im öffentlichen Raum installierten Informationsmodule im Vorbeigehen aktiviert. Passiert man z.B. ein ehemals jüdisches Geschäft, beginnt dieses den Passanten seine Geschichte zu erzählen. Mit Projektionen könnten auch die Gesichter der ehemaligen Inhaber noch einmal im Straßenbild aufleuchten. Grundsätzlich ist jedes Medium vorstellbar, sogar das Zeigen kurzer Filme wäre möglich. Das System kann mehrsprachig angelegt werden: der Chip in der französischen Wegekarte würde dann die französische Tonspur aktivieren.

Technik

Technische Beschreibung

Ein Basismodul besteht aus einem RFID-Lesegerät mit angeschlossener Mikroprozessoreinheit, die benötigten Komponenten lassen eine sehr kompakte Bauweise zu. Das System ist skalierbar: je nach Bedarf können beispielsweise Projektoren, Lautsprecher oder Monitore eingebunden werden. Eine auf das System zugeschnittene Software-Lösung verwaltet die Inhalte. Wartung und Aktualisierung können so vor Ort schnell und effizient vorgenommen werden, Sprachen und Inhalte können im nachhinein hinzugefügt werden. Stellenweise sind weitere Optionen eingeplant, wie etwa eine Zeitsteuerung, die nächtliche Lärmbelästigung ausschließt.

  • › digital sparks 2006 [link 02]

» http://www.war-hier.de [link 03]

  • › Broschüre [PDF | 44 KB ] [link 04]
  • › VIDEO: „war hier“ (3:30 min) [8 MB ] [link 05]