Christian Terstegge


Radio-Aktiv

Exponat zur Ausstellung "Ohne Schnur - Kunst und drahtlose Kommunikation"


Radio-Aktiv [link 01]

Radio-Aktiv

Kurzdarstellung

Kurzbeschreibung

Auch die 'traditionellen' Formen drahtloser Nachrichtenübermittlung werden in der Ausstellung thematisiert: Christian Terstegge (Hamburg) macht mit seiner Installation "Radio-Aktiv" die uns umwabernden Radiofrequenzen hörbar.

KünstlerInnen / AutorInnen

  • Christian Terstegge, Künstler, Hamburg

Entstehung

Deutschland, 1992

Partner / Sponsoren

Veranstalter: Cuxhavener Kunstverein in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der LMU München

Eingabe des Beitrags

, 10.08.2004

Kategorie

  • künstlerische Arbeit

Schlagworte

  • Themen:
    • Klang

Ergänzungen zur Schlagwortliste

  • Installation

Inhalt

Inhaltliche Beschreibung

Radio Aktiv (1992)
(24 Kunststoffschwämme mit eingebauten UKW-Radios)

Aufnehmen und Abgeben sind die beiden elementaren Funktionen des Schwammes. Die Assoziationen, die mit diesen "medialen" Eigenschaften verknüpft werden, prädestinieren die Schwämme für eine audiovisuelle Installation: "Radio - Aktiv" besteht aus mehreren Rundfunkempfängern, die in übergroßen Haushaltsschwämmen eingebaut sind. Im Gegensatz zu üblichen Radios können die Empfangsfrequenzen jedoch nicht manuell abgeändert werden, vielmehr bestimmen elektronische Zufallsgeneratoren die Frequenzen. Zu hören sind somit nur kurze Bruchstücke aus den laufenden Programmen aller UKW-Sender sowie das Rauschen zwischen den Sendern. Die Zufallsgeneratoren ermitteln für jedes Radio eine andere Folge von Empfangsfrequenzen, so dass im Zusammenspiel aller Radios ein unruhiges Konglomerat aus Sprach-, Geräusch- und Musikfetzen entsteht, das die zahlreichen, im Hertzraum angebotenen, uns umwabernden Informationen und Geräusche repräsentiert. Das Hörbare ähnelt einem ununterbrochenem Sendersuchen: Mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten streifen die Empfangsfrequenzen im UKW-Bereich umher. Jedes Radio bahnt sich seinen Weg durch den Senderdschungel. Mal springt es schlagartig auf eine neue Frequenz oder zieht zügig an mehreren Sendern vorbei, mal schiebt es sich ganz langsam in den Empfangsbereich eines Rundfunkprogramms hinein und nach ein oder zwei Sekunden wieder hinaus. Ab und an kommt die Bewegung ganz zur Ruhe und der Empfänger verharrt einige Sekunden in einem Programm, bevor er es ganz verlässt.

Kontext

Statement

Christian Terstegge *1958 (Bielefeld):
- 1979 bis 1988 Studium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg
- 1987 - 1992 Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V., Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg
- seit 1995 Grafiker und Programmierer im Multimediabereich

Ausstellungen / Präsentationen

  • Ausstellungen / Aufführungen (u. a. ): Ressource Kunst (Berlin, Saarbrücken, München, Budapest 1989); Zufall als Prinzip (Ludwigshafen 1992), Kunst kommt von Gießen (Lindinger + Schmid, Regensburg 1993); Radioaktivitäten (Kehdingen 1993); Pfeifen im Walde (Internationale Musikfestwochen Luzern, 1997); EMITTIME - ein palindromisches Festival (Bern 2002)
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