Ulla Lückerath 

Kinners an Bord

Eine fiktive Reise per Internet

Die CM1 auf der Aurora

Die CM1 auf der Aurora

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Inhaltliche Beschreibung

Alter der Schüler
Das Unterrichtsprojekt habe ich als Künstlerin für eine Klasse aus Cernay (Frankreich) mit 20 Schülern im Alter von 9 bis 10 Jahren konzipiert. Sie hatten teilweise seit ihrem 3. Lebensjahr zweisprachigen Unterricht (Deutsch und Französisch).
Meinen Part kann aber eine zweite Klasse z. B. in einer Partnerschule in England oder Frankreich übernehmen, um das Unterrichtsmodell als Kommunikations- und Austauschprojekt im Fremdsprachenunterricht zu realisieren.

Zeitraum
In der Schule gab es 10 PCs, die der Klasse zwei Stunden pro Woche zur Verfügung standen.
Über Computerspiele hinaus hatten die Schüler kaum Erfahrung mit dem PC.
Das Projekt 'Kinners an Bord' hat sechs Monate gedauert, in denen die Klasse sechs Beiträge schrieb und malte.

Intention der Unterrichtseinheit
Bei dieser fiktiven Reise soll der Umgang mit dem PC und dem Internet geübt werden. Die Schüler lernen, sich frei im Internet zu bewegen und selbständig zu recherchieren. Spielerisch benutzen sie den Computer mit verschiedenen Programmen und werden für die Möglichkeiten, Probleme und Gefahren des Internets sensibilisiert. Der Computer wird als Kommunikationsmittel und Informationsquelle verstanden und kreativ verwendet.

Themen
In einem Blog legen die Kinder ein fiktives Logbuch ihrer Reise an, das mit Hilfe von Recherchen im Internet entsteht. Dabei können sprachliche und geografische Themen eingebaut und im Kunstunterricht dazu Bilder mit und ohne Bildbearbeitungsprogramme gemalt werden. Neben der sprachlichen Übung wurden in ‚Kinners an Bord’ folgende Themen gestreift:
- Geografie (Häfen suchen, planen bzw. verfolgen der Reiseroute auf Karten),
- Geschichte (Piraten, Mayflower, Drake und Cook),
- Literatur (Swift, Reiseliteratur),
- Kunst und Kultur (Malerei von Monet und Vermeer, Arbeit von J.-F. Robic, das Schokoladenmuseum)
- Technik (Hovercraft, Energiegewinnung)

Fächerübergreifend
Grundsätzlich kann die 'Reise' natürlich im Kunst- und Sprachunterricht erarbeitet werden.
Darüber hinaus können aber leicht Teile der Reise mit anderen Fächern verknüpft werden. Die unten beschriebene 'Entdeckung einer Insel' eignet sich gut dazu um im Geografie-Unterricht Karten lesen und herstellen zu lernen. Aber auch die Verknüpfung mit dem Biologie-Unterricht ist dabei leicht herzustellen: Erkennen der Merkmale von Lebewesen. Im Sprachunterricht bemerkte die Deutschlehrerin Frau Zimmermann bei 'Entdeckung einer Insel', wie unsicher die Klasse mit deutschen Adjektiven ist - Teile der 'Reise' werden Übungen im Sprachunterricht.

Technische Lerninhalte
Die einzelnen Stationen wurden jeweils mit einem neuen technischen Grundthema verbunden:
- Station 2 'Die Kinners'
Lernen eine Mail zu verschicken, Selbstdarstellung mit Digitalfotografie, Textprogramm ausprobieren.
- Station 4 'Rotterdam'
Erste Versuche im Internet: Recherche, Links herstellen.
- Station 6 'Saint Malo'
Thema Piraten: eigene Fotos mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten
- Station 8 'Entdeckung einer Insel'
Scanns oder Umrisse von Gebrauchsgegenständen in erfundene Tiere umwandeln, diese dann, wie im Internet üblich, erklären und beschreiben und eine fiktive Welt herstellen.
Das Logbuch der ersten Reise finden Sie unter http://www.kinners-an-bord.de.

Arbeitsschritte
Im ersten Beitrag wählen die Kinder einen Namen für ihr Schiff. Sie stellen sich mit einem Foto und einem kleinem Text vor und dann beginnt die Reise: Bei jedem Beitrag wird abwechselnd von jeder Klasse eine neue Station der Reise gewählt, beschrieben und so
festgelegt. Dadurch ergibt sich dann eine Reiseroute.

Exemplarisch werden im Folgenden die Arbeitsschritte von zwei Beiträgen dargestellt: die Vorstellung der Kinder und die achte Reisestation. Sie können modifiziert und erweitert werden, um weitere Stationen zu realisieren.

Die Kinners - Selbstdarstellung
Die Aufgabe ist bewusst einfach gewählt, damit den Kindern ohne Erfahrung der Anfang leichter fällt und sie sich an den PC gewöhnen. Die Kinder stellen sich selbst vor - sind selbst Thema.

- Schritt 1: Mit einer digitalen Kamera nehmen die Kinder Portraits von sich auf, die dann abgespeichert werden.
Brauchbare Fotos erhält man am einfachsten, wenn mit Automatik auf einem Stativ in Augenhöhe fotografiert wird, nicht im Raum, sondern draußen bei gutem Tageslicht (z. B. auf dem Schulhof), nicht in der Sonne.
Im hier vorgestellten Teil wurden die Fotos mit Photoshop nach bearbeitet, was aber nicht unbedingt nötig ist, aber sie sollten von einem Helfer herunter gerechnet werden, weil sonst beim Öffnen des Blogs die Ladezeiten zu lange dauern.

- Schritt 2: Im zweiten Teil der Aufgabe schreibt jedes Kind einen kurzen Text über sich selbst. Dazu wird ein einfaches Textverarbeitungsprogramm benutzt, das in jedem Blog automatisch vorhanden ist. Die Kinder spielen mit Schriftfarben und -grössen, sollten aber möglichst gebräuchliche Schriften benutzen (Verdana, Arial, Tahoma, Times, Georgia, Lucida grande, Lucida sans, Lucida serif), weil andere Schriften auf jedem Rechner anders aussehen.

WICHTIG:
Die Kinder nennen aus Sicherheitsgründen im Internet immer nur ihren Vornamen, ohne Adresse und ohne Telefonnummer!
Sehr gute Tipps zur Sicherheit im Internet gibt Käptn Blaubär für Kinder
http://www.wdr.de/tv/blaubaer/hilfe_06.phtml

Entdeckung einer Insel
Die Kinder entdecken, erfinden und beschreiben eine unbekannte und unbewohnte Insel. Dazu eignen sich die Sachensuchundscann-Bilder. Die Kinder legen dazu kleine möglichst flache Gegenstände in den Scanner und scannen sie. Diese Scanns werden von den Kindern mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet. Hier haben die französischen Kinder das kostenlose Programm PhotoFiltre benutzt und sind schnell damit klar gekommen: http://www.photofiltre.com
Es gibt dazu auch eine Übersetzung.


- Schritt 1: Wie sieht die Insel aus?
Die Klasse entwickelt gemeinsam die geografischen Grundzüge der Insel und skizziert an der Tafel Ideen dazu.
Wo ist das Schiff gelandet? Gibt es Wasser, einen Bach, einen See? und Berge? vielleicht einen Vulkan? Gibt es Pflanzen und Tiere, Wälder? Ist es warm oder nass... Waren schon einmal Menschen auf der Insel?

- Schritt 2: Anschließend werden Gruppen gebildet, die zuerst! im Bild die Themen bearbeiten.
Eine Gruppe arbeitet die geografischen Einzelheiten der Insel aus. Ein gescannter Stein kann die Vorlage für einen Plan sein und es können verschiedene Ansichten bei Tag, Nacht, Sturm usw. gemalt werden.
Weitere Gruppen erfinden Pflanzen, Insekten, Fische und andere Lebewesen. Auch dazu eignen sich die Sachensuchundscann-Bilder.

- Erst im 3. Schritt werden dazu Texte/Beschreibungen verfasst.
In der Beschreibung gibt die Gruppe der Insel einen Namen. Ist die Insel groß, waldreich, kalt/heiß, sumpfig. Wollen alle schnell wieder weg, oder gefällt es allen gut.
Auch die Tiere/Pflanzen/usw. werden jetzt beschrieben und erklärt. Aus den Vorlagen ergeben sich sehr leicht auch Namen und Verhalten:
Was fressen die verschiedenen Lebewesen? Grunzen oder quieken sie oder können sie sogar sprechen? Legen sie Eier, fliegen oder schwimmen sie? Sind sie gutartig oder gefährlich?
Über Pflanzen: Geruch von Blüten, Geschmack der Früchte, essbar oder giftig?
Welche Besonderheiten haben sie? Wachsen sie super schnell, sind es fleischfressende Pflanzen? Geben sie vielleicht auch Laute von sich?

- Schritt 4: In 3er - oder 4er - Gruppen erfinden die Kinder eine kleine Geschichte, was sie auf der Insel erleben, wie es dort zugeht und notieren sie sich. Die so entstandenen Texte werden vorgestellt und die schönsten ausgewählt oder aber Teile von verschiedenen Texten kombiniert.

- Schritt 5: Die Klasse wird ruhig beschäftigt und ein Kind nach dem anderen schreibt einen oder mehrere Sätze, aus den so ausgewählten Notizen zu einem zusammenhängenden Bericht über den Aufenthalt auf der Insel. Es sollten hier für den Bericht und die Beschreibungen verschiedene Schriftgrößen gewählt werden. Zum Schluss werden die Bilder mit den Beschreibungen (aus Schritt 1-3) in den Text kopiert.