Holger Förterer, Annabel Lange, Philipp Rosenbeck, …

zentralin 03

Standbild

Nominiert für den
Digital Sparks Award 2003

zentralin

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Inhaltliche Beschreibung

Die Künstlergruppe zentralin besteht aus insgesamt sieben Studierenden mit verschiedenen Schwerpunkten in den Bereichen Medienkunst, Informatik und Szenographie. Ziel der Gruppe ist es, verschiedene Perspektiven auf die uns umgebenden medialen Informationen darzustellen. Aktuelle Inhalte des Fernsehens und Internets werden durch mehrere Elemente einer Gesamtinstallation analysiert und emotional kommentiert.
Die Einzelarbeiten werden für die jeweilige Ausstellungsumgebung konzipiert. Jede Ausstellung stellt dabei eine Momentaufnahme der aktuellen Diskussion und Entwicklung innerhalb der Gruppe dar. Die unterschiedliche und teilweise entgegengesetzte emotionale Gestaltung der Einzelinstallationen durch verschiedene Autoren bildet auch Prozesse innerhalb der Gruppe ab. Künstler wie Betrachter erleben die Medien als mittelbare Realität unserer Gesellschaft. Diese Beziehungen zwischen verschiedenen Interpretationen derselben Inhalte lassen sich also auch in dieser Gesellschaft der Maschinen als künstlerisches Medium verfolgen.
Eingehende Inhalte, d.h. Videos, Bilder, Texte und Klänge, werden dabei von den Einzelarbeiten nicht nur ästhetisch aufbereitet. Zusätzlich werden in einem assoziativen Speicher abgelegte, von den einzelnen Künstlern gestaltete Medieninhalte und Verhaltensweisen durch eine emotional-subjektive Bewertung des eingehenden Datenstroms abgerufen. Dazu werden Abschnitte des Stroms in Echtzeit durch ein neuronales Netz nach Kategorien wie Stimmung und Thema bewertet.
Diese qualitative Kategorisierung bildet die Grundlage für die nächste Ausstellung. In dieser Momentaufnahme stellen drei Installationen in einem Raum einander drei unterschiedliche Perspektiven auf aktuelle Tickernachrichten und Fernsehprogramme entgegen:
Durch eine Licht- und Klanginstallation wird der Raum in eine positive Grundstimmung versetzt. Die Intensität dieser Stimmung wird in Abhängigkeit eingehender Nachrichten verändert, bleibt aber immateriell. Ein flimmernder, quäkender Fernseher in der Mitte des Raumes bildet einen negativen Kontrast zu dieser Stimmung. Er ist auf die dritte Arbeit im Raum ausgerichtet, die Objekte aus unterschiedlichen Bildvorlagen extrahiert und als Collage mit einander widersprechendem Kontext zusammensetzt.
Im Grunde stellt diese Arbeit die Summe einer Vielzahl von einzelnen Reaktionen der Mitglieder dar, die sich mit einer zunehmenden Technisierung und Mechanisierung menschlicher Kommunikation und menschlicher Realität auseinandersetzen.