Björn Bischof, Philipp Michels

[AudioCave] Mord im Bagdad-Express

Eine auditiv-interaktive Hörspiel-Installation

Nominee of the digital sparks award 2006

Die AudioCave geöffnet

Die AudioCave geöffnet

Technical Description

Um das AudioCave-Konzept umzusetzen, musste die Technik folgenden Ansprüchen genügen:

- Das Hörerlebnis muss intuitiv und direkt erfolgen, um das Erforschen der Installation nicht zu behindern.
- Das Spiel muss interaktiv sein. Das bedeutet in unserem Fall die Bereitstellung bestimmter Audioinhalte in bestimmten Zeitfenstern an expliziten Orten.
- Die auditive Wahrnehmung muss eine differenzierte, räumliche Atmosphäre im Kopf des Besuchers provozieren.
- Die Installation soll gleichzeitig von mehreren Spielern besucht werden können.
- Die Installation soll wiederholt besucht werden können und dabei nicht alle Inhalte mit einem Spieldurchlauf preisgeben.

Diese Anforderungen wurden durch die Kombination mehrerer Techniken realisiert.

Zum einen wird durch zwei 5.1-Surroundanlagen die realistische, auditive Verortung in einem Zug des vorletzten Jahrhunderts mit Dampflok und belebten Speiseabteil garantiert.

Um die restlichen Anforderungen zu erfüllen, bot sich die GuidePort-Technik von Sennheiser an. Ursprünglich für die Audio-Führung in Museen entwickelt, bietet diese unsichtbare Auslöser und individuelle Köpfhörerbespielung. Die drahtlose Übertragung verschiedener Audioinhalte auf einzelne Kopfhörer, wird dabei durch den Spieler selbst ausgelöst.

Der exakte Ablauf über 20 Minuten ermöglicht eine komplexe Steuerung in Zeitfenstern. Hierbei bespielen zwei synchronisierte DVD-Player die Surroundanlagen und ein Director-Programm schaltet die Auslöserelektronik des GuidePort-Systems.

Nach erfolgreicher Präsentation des Prototyps im Wintersemester 04/05 am Institut für Medienforschung, wird die Installation in diesem Frühjahr im Ideen-Forum des Phaeno Wolfsburg erneut ausgestellt. Hierbei ergibt sich die Möglichkeit, die komplexe GuidePort-Technik durch eine schlanke RFID-Lösung und hochwertige InEar-Funkkopfhörern von Sennheiser zu ersetzen und das Hörerlebnis weiter zu steigern.

Jeder Spieler trägt dabei einen winzigen RFID-Transponder an seinem Kopfhörer, der durch RFID-Reader in bestimmten Bereichen der AudioCave einen Schalter aktiviert und damit Audioinhalte auslöst, die wiederum drahtlos vom Computer an den Spielerkopfhörer gesendet werden.

Die Funkkopfhörer ermöglichen nun dank der InEar-Technik die Umstellung auf Stereo-Sound und durch professionelle Kunstkopfaufnahmen eine neue Stufe der räumlichen Verortung: ein Surround-Erlebnis mit nur zwei Schallquellen!

Ebenfalls neu im Phaeno ist der Einsatz des Audiobeams von Sennheiser. Vor dem eigentlichen Spiel werden den Besuchern die Spielcharaktere mittels Beam vorgestellt. Dabei wird ein "gezielter Audiostrahl" auf flächige, figurenhafte Umrisse der Charaktere (in der Art von Pappkameraden) geworfen und erzeugen ein überraschend unmittelbares, direktes Hörerlebnis, wenn sich Besucher vor diesen Figuren befinden. Der Audiobeam erreicht diesen Effekt mittels Ultraschalltechnik, die die räumliche Ausbreitung des Schalls unterdrückt und somit ein gezieltes Fokussieren ermöglicht.

Nach dem Spiel haben die Spieler an einem Computerterminal die Möglichkeit, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen. An diese wird dann die Lösung des Mordfalls gesendet.

Hardware / Software

Sennheiser GuidePort (alte Version der AudioCave)
Sennheiser InEar-Funkkopfhörer
RFID-Transponder und -Reader
Sennheiser Audio-Beam
Computer mit mehreren hochwertigen Mehrkanal-Soundkarten und Macromedia-Director-basierte Anwendung für die Steuerung
Computer-Terminal für Besucher